Verkehr nach und in Prag

Prag ist mit rund 1,3 Mio. Einwohnern nicht nur die größte Stadt Tschechiens sondern auch die Hauptstadt. Daher gibt es dort eine Menge Verkehr, viel wird mit dem Auto erledigt, aber auch der öffentliche Nahverkehr ist gut ausgebaut. Zunächts einmal mußten wir nach Prag kommen. Mit dem Auto wird einem das nicht schwer gemacht. Von Nürnberg führt eine gut ausgebaute, mautpflichtige Autobahn an Pilzen vorbei direkt bis vor die Tore der Stadt. Auch aus den anderen Himmelsrichtungen führen Autobahnen nach Prag, die nach Süden wird weiter kräftig ausgebaut. Natürlich gibt es auch einen Flughafen mit vielen Verbindungen zu europäischen Städten und beliebten Urlaubszielen.

Die Eisenbahn haben sie allerdings bisher leider vergessen. Aus Dresden heraus existiert die alte Verbindung, welche sich aber durch das Elbetal windet. Planungen für den Bau eines langen Tunnels sind recht weit fortgeschritten, welche die Verbindung nach Dresden auf eine Stund verkürzen würde. Der Tunnel wird aber frühestens im Jahr 2040 fertig sein. Aus dem Süden und Richtung München gibt es einige Verbindungen aber die Gleise lassen auch hier keine höheren Geschwindigkeiten zu. Eine Zugfahrt nach München erfordert beispielsweise auch einige Umstiege. Aus Nürnberg verkauft die Deutsche Bahn auch bevorzugt Busreisen mit eigenen Bussen. Ein Streckenausbau ist nicht einmal in Planung. Soweit der Stand. Ich werde das Gefühl nicht los, daß sich europäische Verkehrsminister gerne mit großen Plänen und zukünftigen Magistralen ablichten lassen und zurück im Ministerium sich dann lieber mit dem Straßenbau beschäftigen. Schlußendlich sind wir aber nach Prag gekommen, diesmal mit dem Zug, da eine Busfahrt mit einem kleineren Kind für uns und auch die Mitreisenden recht anstrengend werden kann. Hat prima geklappt, auch in Corona Zeiten.

Prag ist recht hügelig und wir wohnen auch auf einem solchen. Also laufen wir die nahen Wege zu Fuß und der erste kleine Muskelkater der Flachlandbewohner ist auch schon verflogen. Ansonsten für weitere Strecken den gut ausgebauten Nahverkehr. Es gibt 3 Metrolinien, die sehr schnell unter der Stadt durchrauschen. Für längere Strecken ideal aber auch aufwendig, da viele Stationen tief unter der Erde liegen. Die Rolltreppen sind daher teilweise lang, richtig lang. Aber es gibt mittlerweile in den meisten Stationen einen barrierefreien Zugang. Auch alle Busse und mittlerweile die meisten Straßenbahnen bieten einen ebenerdigen Zustieg. Sollte das einmal nicht der Fall sein, bietet eigentlich immer jemand unaufgefordert Hilfe an. Prager sind in öffentlichen Verkehrsmitteln sehr höflich und viele bieten andere Fahrgästen schnell den eigenen Sitzplatz an, wenn diese auch nur entfernt so aussehen als ob sie diesen nötiger hätten.

Generell fahre ich lieber mit der Straßenbahn. Da sind die Umsteigzeiten überschaubar und man kann viel von der Stadt sehen. Der Nahverkehr ist extrem preisgünstig und auch sehr sozial. Menschen die das siebzigste Lebensjahr erreicht haben, fahren ab da kostenlos. Erwachsene mit einem Kind unter 3 Jahren ebenfalls. Eine Jahreskarte für den gesamten Prager Raum kostet umgerechnet etwa 140 Euro. Wir überlegen gerade, ob eine Halbjahreskarte Sinn ergibt.

Prag ist eine große und moderne Stadt, trotz und gerade wegen der reichhaltigen Vergangenheit Daher ist auch das Auto leider ein bevorzugtes Verkehrsmittel. Besonders unangenehm ist das auf den vielen Straßen mit Kopfsteinpflaster. Dort erzeugen die Kraftfahrzeuge furchtbaren Lärm und stören auch häufig die schöne Szenerie. Als diese Straßen gebaut wurden, hatte ja aich nieman an Autos gedacht. WIe an vielen Orten brauchen die Bewohner und die Politik in Prag noch eineige Jahre, bis der Autoverkehr weiter reduziert und die Stadt den Menschen wieder zurück gegeben wird.

Immerhin wurden auf einige Straßen Fahrradstreifen aufgemalt. Das erhöht zwar die Sicherheit der Radfahrer*innen keineswegs, aber bringt das Fahrrad etwas stärker in die öffentliche Wahrnehmung. Ab und zu haben wir auch schon Rafahrer*innen gesehen. Fahrradfahren in Prag und in Tschechien ist dabei scheinbar eine ernste Angelegenheit. Nahezu alle sind mit einer modernen Fahrradkluft ausgestattet und tragen natürlich Helme, Fahrradhandschuhe und reflektierende Kleidung. Auch siehr man fast ausnahmeslos nur sehr moderne Fahrräder. In Deutschland ziehen die meisten Radfahrer nur solche Kleidung bei ausgedehnten Touren an. Nichsdestotrotz fahren auch viele moderne Fahrräder. In Holland dagegen haben die Leute eher selten moderne Fahrräder und Spezialkleidung tragen nur Deutsche, die in Holland eine Fahrradtour machen. Dafür benutzen die Holländer ihr Fahrrad ständig und das in Alltagskleidung.

Insgesamt sind wir gut und bequem in Prag unterwegs. Es wird wohl noch dauern bis sich eine Verkehrswende auch in Prag in Ansätzen erkennen läßt.

Auch ein unbenutzter Fahrradständer hat seine schönen Momente

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